Kooperation mit Eltern Im Folgenden, umfangreichen Abschnitt der Kooperation mit Eltern, geht es um die verschiedenen Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit den Eltern unserer Tagesgruppenkinder. Wir bieten verschiedene Modelle der Elternkooperation an, die sich auf Zeiten und Settings beziehen, analog der Ressourcen und des Hilfebedarfs. Motivation für die Kooperation „Kinder sind nicht von Natur aus unsozial, sie sind nur unerfahren.“ (Jesper Juul) Ziel in all unseren Arbeitsprozessen ist die Entwicklung des Kindes und Jugendlichen. Hierbei liegt der Fokus auf dem Kind in seinem sozialen System. Die Autonomie und der Selbstwert des Kindes und Jugendlichen, sowie jedes einzelnen Familienmitgliedes gilt es zu stärken und damit den Zusammenhalt untereinander zu festigen. Eine Methode dies umzusetzen, ist die Netzwerkarbeit; z.B. Schule, Behörden, Therapeuten etc. miteinander zu verknüpfen, indem wir Kontakt zu den einzelnen Systemen aufbauen, die Hilfen miteinander verbinden und den Kontakt zwischen den einzelnen Systemen herstellen. Die Basis unserer Elternkooperation sind die pädagogischen Ansätze des dänischen Familientherapeuten Jesper Juul. Empathie, Integrität, Wertschätzung, Verantwortung und Respekt sind Kernwörter seiner Arbeit. In unserer Arbeit fokussieren wir uns auf diese Themen und arbeiten mit diesen pädagogischen Grundlagen. Auch der Leitgedanke der Einrichtung spiegelt die pädagogische Haltung wieder. Alle Pädagogen der Einrichtung haben einen persönlichen Bezug zu diesen Leitgedanken und richten ihre Handlungskompetenzen danach aus. Wichtig für unsere Elternkooperation ist eine kontinuierliche Kommunikation z.B. durch Erziehungsberatung und Gespräche. Wir arbeiten lösungsorientiert mit unseren Familien und dem Kind und Jugendlichen im sozialen System. Hierbei ist es für uns besonders wichtig, individuelle Methoden für jedes Kind und jeden Jugendlichen und seine Familie anzuwenden. In der Konkretisierung dieser Methoden setzen wir folgende Elemente ein: Elternsprechstunden, Kriseninterventionen, Hilfeplangespräche sowie die intensive Begleitung des jungen Menschen und seiner Familie (die einzelnen Elemente werden weiter unten noch dargestellt). Ein Bewusstmachen von Problemfeldern im sozialen System des jungen Menschen und das Erarbeiten von Handlungsalternativen sind zentrale  Punkte in unserer Elternkooperation. In Zusammenarbeit mit dem Jugendamt, der Tagesgruppe und den Eltern sowie dem Kind und Jugendlichen, werden die pädagogischen Ziele formuliert, kontrolliert und evaluiert. Dabei ist es besonders wichtig die bestehenden Ressourcen der Eltern und des Kindes und Jugendlichen im Fokus zu haben. Motive, die zu Verhaltensmuster des jungen Menschen führen, werden in der Elternkooperation mit und für die Eltern sichtbar gemacht und bewusst aufgearbeitet. Inhalt dieser Arbeit ist es, mit den Eltern neue Wege in der Erziehung zu finden und sie in ihren Fähigkeiten zu bestätigen. Ziel dieser intensiven Elternkooperation ist immer, dass der Verbleib der Kinder/Jugendlichen in ihrer Familie gesichert und stabilisiert werden soll. Durch diese schützenden und stützenden Hilfen sollen sich die Kinder und Jugendlichen in ihren Familien und Systemen  sicher fühlen (§32, SGBVIII). Interaktionen „Wenn du jemandem ein wenig hilfst, stärkst du ihn. Aber hilfst du ihm zu viel, schwächst du ihn.“ (zitiert nach Buddha) In der Elternkooperation muss den Eltern die Möglichkeit gegeben werden, ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse zu entdecken oder wieder zu entdecken. Sie sollen den Mut haben, diese zu artikulieren und sie sollen dabei ernst genommen werden. Wir wollen ihnen die Fähigkeit vermitteln, den Mut zu haben sich Konfliktsituationen zu stellen und diese zu bewältigen und zu reflektieren, damit sie an ihnen wachsen und sich weiterentwickeln können. Wir werden die Eltern während dieser Prozesse begleiten und unterstützen. Wir gehen davon aus, dass jedes Elternteil im Sinne seines Kindes handelt und stets das Beste für sein Kind wünscht. Der Mensch ist ein soziales Wesen, das verschiedenen Sozialsystemen (Subsystemen) angehört und innerhalb dieser Systeme jeweils interagiert und eine verschiedene Rolle besitzt.22 Mit unserer Deutung des systemischen Ansatzes gehen wir davon aus, dass für jeden Menschen verschiedene Wirklichkeiten bestehen und es nicht nur eine „richtige“ Wirklichkeit gibt. Die unterschiedlichen Sichtweisen und Muster, die jeder Mensch im Lauf seines Lebens im Rahmen „seiner“ Wirklichkeit entwickelt und die Auswirkungen, die diese individuellen Anschauungsweisen auf die bestehenden sozialen Beziehungen eines Systems haben. Es gilt, diese verschiedenen Systeme in Verbindung zu setzen. Dies bedeutet für unsere Elternkooperation, die einzelnen Systeme, in denen sich das Individuum bewegt (im Besonderen die Eltern), in Relation zu setzen und die Ressourcen der einzelnen Personen innerhalb der einzelnen Systeme zu stärken und zu erweitern. Systeme, mit denen wir im Bereich der Elternkooperation konfrontiert werden, sind beispielsweise die Familie, die Schule, Ärzte (Therapeuten, im Besonderen unsere Kooperationspartner), Behörden und Ämter (z.B. Jugendamt und Polizei) sowie die Tagesgruppe selbst. Je nach Fall können sich für die Eltern und auch für das gesamte System Familie neue Systeme erschließen (Vereine o. Ä.). 22 Lüssi; 2001, S. 65/66 Impressum Kontakt